Zum Fachaustausch „Migration und Ausbildung“ lud die KAUSA-Landesstelle Sachsen nach Dresden ein

Am 11. Mai 2026 veranstaltete die KAUSA-Landesstelle Sachsen den Fachaustausch „Migration und Ausbildung – Projekte, Partner und Perspektiven“ in Dresden. Die Veranstaltung brachte Akteure aus Regelinstitutionen, Wirtschaft und Bildung zusammen und bot Raum für einen offenen Austausch über aktuelle Herausforderungen und Chancen an der Schnittstelle von Migration und Ausbildung. Den Auftakt gestaltete Frau Freudenberg, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Dresden, mit einem Überblick über die Halbjahresbilanz des Dresdner Ausbildungsmarkts (März 2026). Die Zahlen zeigten, dass der Ausbildungsmarkt ein Bewerbermarkt bleibt sowie ein wachsendes Passungsproblem zwischen Ausbildungsreife der Bewerber und den Anforderungen der Betriebe die Besetzung von Stellen zunehmend erschwert. In der anschließenden Diskussion wurden Themen wie die Rolle der Schulen bei der Berufsorientierung, die Bedeutung von Eltern mit Migrationshintergrund bei der Berufswahl ihrer Kinder und die Bleibeperspektive nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss beleuchtet. Frau Knüpfer, Referatsleiterin Ausbildungsberatung der IHK Dresden, gab anschließend einen praxisnahen Einblick in das duale Ausbildungssystem und erklärte die Voraussetzungen, um Ausbildungsbetrieb zu werden. Im Fokus standen der fünfstufige Anerkennungsprozess und die konkreten Unterstützungsangebote der IHK, was besonders relevant für migrantisch geführte KMU ist, die den Weg zum Ausbildungsbetrieb noch vor sich haben. Frau Knüpfer, Referatsleiterin Ausbildungsberatung der IHK Dresden, erläuterte anschaulich, wie das duale Ausbildungssystem funktioniert und was Unternehmen mitbringen müssen, um Ausbildungsbetrieb zu werden. Vom ersten Antrag bis zur offiziellen Eintragung begleitet die IHK die Betriebe durch einen klar strukturierten Prozess. Gerade für migrantisch geführte Kleinst- und Kleinunternehmen, die mit dem deutschen Ausbildungssystem oft noch wenig vertraut sind, ist dieses Angebot ein wichtiger Einstiegspunkt. Im dritten Teil stellte die KAUSA-Landesstelle Sachsen Einblicke in die eigene Projektarbeit vor, darunter aktuelle Beratungszahlen, das 6-stufige Beratungsmodell und Erkenntnisse aus der täglichen Beratungspraxis. Deutlich wurde, dass migrantisch geführte KMU eine niedrigschwellige, flexible und langfristige Begleitung auf dem Weg zum Ausbildungsbetrieb brauchen. Den Abschluss bildeten persönliche Erfahrungsberichte. Ein Verantwortlicher bei Globalfoundries gewährte Einblick in den betrieblichen Bewerbungsprozess, ein Ausbilder mit Migrationshintergrund teilte seine Erfahrungen aus der Ausbildungspraxis, und eine Auszubildende mit Migrationshintergrund erzählte von ihrem Weg in die Ausbildung und den ersten Erfahrungen im Berufsalltag. Diese drei Perspektiven machten deutlich, was Zahlen allein nicht zeigen können. Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für den offenen und erkenntnisreichen Austausch und freuen uns darauf, Sie bei einem nächsten Format wiederzusehen.